Gastbeitrag
Hannover

Stärken stärken – Warum sich ein Blick auf unsere Stärken lohnt

„Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ Diese typische Frage im Bewerbungsgespräch löst bei vielen Bewerbern ein Schulterzucken aus – zumindest bei der Stärkenfrage. Während wir in der Lage sind, unsere Schwächen bis ins kleinste Detail zu erläutern, fällt die Antwort bei den eigenen Stärken oftmals nur sehr knapp aus. Warum fällt es uns eigentlich so schwer, über unsere eigenen Stärken zu sprechen und wie können wir unseren Stärkenblick schulen?

Ein Gastbeitrag von Tim Ong.

Warum wir stark darin sind, unsere eigenen Schwächen statt Stärken zu erkennen?


Durch die Sozialisation wird schon im Kindesalter eher ein defizitorientierter Blick gefördert. Wir vergleichen uns mit anderen und schauen eher auf Aspekte, die nicht gut funktionieren, statt sich auf die Dinge zu konzentrieren, die bereits im guten Maße vorhanden sind. In der Folge verwenden wir viel Zeit und Energie, um Schwächen zu identifizieren und zu beheben.
Laut einer Harvard-Studie hören wir bis zu unserem 18. Lebensjahr ca. 180.000 negative Suggestionen. Das sind solche Sätze wie „Du kannst das nicht!“, die wenig förderlich auf unser Selbstbild wirken und den schwächeorientierten Fokus entsprechend verfestigen.
Wir sind unserer eigenen „Stärkenblindheit“ ausgesetzt, dadurch dass wir diese natürlich einsetzen, ohne dass wir über sie bewusst nachdenken.
Wir sind davon überzeugt, dass das Ausgleichen unserer Schwächen uns entwicklungstechnisch besser voranbringt, als wenn wir uns auf unsere Stärken konzentrieren würden.


Wozu sollte ich überhaupt Stärken stärken?


Menschen, die sich ihrer Stärken bewusst sind und sie benennen und einsetzen können, profitieren u. a. von:
- einer höheren Lebenszufriedenheit
- vermehrtem Erleben von angenehmen Emotionen wie bspw. Freude
- mehr Sinn durch den Einsatz der Stärken
- einer verbesserten Resilienz, also Widerstandsfähigkeit in stressbehafteten Situationen und Krisen


Mit den folgenden 3 Tipps kannst du beginnen, stärkenorientierter auf dich (und andere) zu schauen:


1. Sprich mit dir wie zu einem guten Freund
Wir sind zumeist unser schärfster Kritiker. Wie würdest du mit einem guten Freund sprechen? Wahrscheinlich liebevoller, sanfter und eher das Positive sehend. Stell dir daher mal selbst die Frage: Wärst du noch mit dir selbst befreundet, wenn du so zu dir selbst sprichst? Wie sollte der Dialog dann ausfallen, wenn du mit dir wie zu einem guten Freund sprechen würdest?

2. Nimm auch positives Feedback an
Wie empfänglich bist du aktuell für positives Feedback? Nimmst du dieses als selbstverständlich hin und wartest sehnsüchtig auf die negative Kritik, da du in ihr dein Verbesserungspotenzial siehst? In jeder positiven Kritik stecken Hinweise auf deine Stärken und diese auch wirklich anzunehmen, ist anfangs zumeist nicht einfach. Ein einfaches „Danke“ reicht fürs Erste.

3. Sei neugierig, welche Stärken andere in sich tragen
Schaue daher mit einem stärkenorientierten Auge auf andere. Wenn du den Fokus auch bei anderen auf die Stärken richtest, wirst du auch immer besser werden, Stärken nicht nur in anderen zu sehen, sondern auch in dir selbst. Schließlich kann nur jener Stärken in anderen erkennen, wer diese Stärken (zumindest in Ansätzen) auch in sich selbst kultiviert hat.


Mehr zum Thema Stärken erfährst du in meinem Workshop „Stärken stärken – Dein Weg für ein erfülltes Berufsleben“ auf der 18. Jobmesse in Hannover. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dir deine Stärken zu erkunden.

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