Berlin
Gastbeitrag

Erfolgreich und trotzdem unglücklich: Die Karriere-Krise mit 30+

Du hast Beförderungen bekommen, Gehaltserhöhungen erhalten und dir den Respekt deines Teams erarbeitet. Von außen wirkt deine Karriere erfolgreich und trotzdem spürst du sonntagabends eine große innere Unruhe statt Vorfreude auf die Woche. Du fragst dich: „War’s das wirklich? Ist das der Weg, auf dem ich bleiben möchte?“ Willkommen in der Karriere Krise mit 30+.

Ein Gastbeitrag von Sandra-Lorena Bahlmann.

Viele Menschen erleben mit Mitte 30 genau diese Phase: Der Job funktioniert noch, aber er fühlt sich nicht mehr richtig an. Die Gedanken kreisen: Soll ich bleiben oder gehen? Durchhalten oder neu starten? Doch statt Klarheit entsteht oft mehr Unsicherheit. Nicht aus mangelndem Mut, sondern weil sich nicht der Job verändert hat, sondern die Person, die ihn ausübt.

Was in den 20ern funktioniert hat

In den ersten Berufsjahren verläuft Karriere meist gradlinig: Man sammelt Erfahrung, übernimmt mehr Verantwortung, steigt auf. Der Weg ist klar strukturiert:

Junior → Senior → Teamlead → Director.

Dieses Modell gibt Orientierung und messbare Entwicklung. Wer engagiert arbeitet, wird mit neuen Aufgaben und einem höheren Gehalt belohnt, oft jahrelang. Bis dieser Weg nicht mehr trägt.

Wenn sich die Person verändert, nicht der Job

Mit den Jahren verschieben sich Werte und Prioritäten. Die eigene Energie wird bewusster wahrgenommen, der Wunsch nach Sinn wächst. Man fragt sich: Wie viel Verantwortung möchte ich wirklich? Was passt zu meinem Leben heute?

Viele stellen fest: Die Karriere wurde auf der Vorstellung eines Lebens aufgebaut, das man mit Anfang 20 hatte. Mit Mitte 30 passt dieses Bild oft nicht mehr zu einem. Der Job ist nicht schlechter geworden, aber er passt nicht mehr so gut wie früher.

Warum die üblichen Lösungen oft scheitern

In dieser Phase neigen viele zu zwei spontanen Reaktionen:

  1. Weitermachen wie bisher: Man bleibt auf dem eingeschlagenen Weg, übernimmt noch mehr Verantwortung und hofft, dass sich das diffuse Gefühl von selbst legt. Zehn Jahre später steckt man tiefer in einer Karriere, die sich immer weniger passend anfühlt.
  2. Schnell den Job wechseln: Kündigen, ähnliche Stelle suchen, neuer Anfang. Doch wenn sich die eigenen Prioritäten verändert haben, löst ein neuer Arbeitgeber nicht automatisch das alte Problem.

Beide Wege greifen zu kurz, weil sie die entscheidende Frage ausklammern: Was willst du wirklich?

Was wirklich hilft: Klarheit statt Aktionismus

Eine berufliche Veränderung bedeutet nicht, alles über Bord zu werfen. Oft geht es darum, die eigene Karriere bewusster weiterzuentwickeln.
Drei Kernfragen helfen dabei:

1. Welche Arbeit gibt dir wirklich Energie? Und welche nicht? Nicht nur, was du gut kannst, sondern was du gern machst. 

2. Welche Rahmenbedingungen brauchst du heute, damit deine Karriere zu deinem Leben passt? Die Antwort mit 35 ist häufig eine andere als mit 25.

3. Wo möchtest du in den nächsten Jahren perspektivisch hin? Nicht die Vision deiner Karriere die du dir mit 20 ausgemalt hast, sondern die, die zu deinem heutigen Alltag und deinen Zukunftswünschen passt.

Wer diese Fragen klärt, trifft Entscheidungen nicht mehr aus Frust oder Angst, sondern aus Bewusstsein und der aktuellen Lebensrealität heraus.

Eine solche Reflexion kann zu einem Karrierewechsel führen, zu einer neuen Rolle im aktuellen Unternehmen oder auch zu der Entscheidung, den bisherigen Weg weiterzugehen.

Zwei Chancen für deinen nächsten Schritt, auf der Jobmesse Berlin

Sandra‑Lorena Bahlmann ist Go‑To‑Coach für Fach‑ und Führungskräfte in Tech‑Startups und Tech‑Unternehmen. Sie unterstützt Menschen dabei, ihre berufliche Richtung neu auszurichten, einen Karrierewechsel zu starten oder Herausforderungen im aktuellen Job erfolgreich anzugehen. Sie unterstützt dabei Menschen aus technischen Rollen ebenso wie aus Produkt, Marketing, HR oder Strategie.

Workshop mit Sandra-Lorena Bahlmann: Karriere-Midlife-Crisis mit 30+? So baust du eine Karriere, die wieder zu deinem Leben passt. 

Kostenfreie Mini-Coachings von Sandra-Lorena Bahlmann: Im 20-minütigen Kurz-Coaching können individuelle Karrierefragen besprochen werden – z. B. zu einem möglichen Jobwechsel, neuen Rollen im Unternehmen oder zur persönlichen Weiterentwicklung.

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